Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Kreisverband Kaufbeuren-Ostallgäu

Luftbild einer Demonstration

Das 28 m breite Banner zeigt den geplanten Straßenquerschnitt. Dazu kommen teilweise noch ähnlich breite Lärmschutzwälle. © BN

Großdemo auf der B12

Bereits zum 5. Mal rief das Aktionsbündnis "B12 - so nicht!" zur Radldemo gegen den übermäßigen B12 Ausbau und für eine nachhaltige Mobilitätspolitik auf.

Gemeinsam für eine Mobilitätswende für alle

Germaringen – Bereits zum 5. Mal rief das Bündnis „B12 – so nicht!“ zu einer Fahrraddemo auf der B12 auf. Das Bündnis aus Parteien, Kommunen, dem Bauernverband sowie Umwelt- und Verkehrsverbänden spricht sich gegen den übermäßigen Ausbau der Bundesstraße B12 zwischen Buchloe und Kempten aus. Die aktuellen Pläne des staatlichen Bauamts sehen nach Vorgaben des Bundesverkehrsministeriums einen Autobahnquerschnitt vor. Mit 28 m breiter als die A96 oder A7. Mit Lärmschutzwällen und den Zufahrten würden so über 100 ha Land versiegelt und Landwirte entlang der Strecke um ihre Existenz gebracht. Der Ausbau brächte durch Mittelleitplanken mehr Sicherheit, gleichzeitig würde aber das Tempolimit von 100 km/h aufgehoben und überhöhte Geschwindigkeiten brächten neue Unfallgefahren und Lärm. Der Ostallgäuer Grünen-Vorsitzenden Günter Räder begrüßte zur Demo in Germaringen, Markus Büchler, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen im Bayrischen ordnete die Gerüchte um Finanzierungslücken im Straßenbau im bundespolitischen Kontext ein und Tom Nieberle vom BN im Ostallgäu stellte den aktuellen Stand der Klagen gegen den ersten Bauabschnitt zwischen Buchloe und Germaringen vor. BBV-Kreisobmann Andreas Schmid sorgte sich um den immensen Flächenverbrauch, der drei Allgäuer Agrarbetrieben entspräche: „Wir brauchen die Flächen, um unsere Bevölkerung zu ernähren“. Johannes Auburger sprach für den ADFC und VCD und forderte eine sozial gerechte Mobilitätswende. Angesichts klammer Kassen reiche das Geld nicht die bestehende Infrastruktur in Stand zu halten. Daher müssen Straßenneubauten gestoppt werden. Das Geld muss in Mobilität für alle fließen: Elektrifizierung der Allgäuer Bahnen, getakteter ÖPNV und Demand-Verkehre als Zubringer. Die geplante Allgäu-Autobahn würde Tagestouristen von noch weiter ins Allgäu locken und das Allgäu mit Autos verstopfen. Wir brauchen eine gerechte Flächenverteilung nach dem Verursacherprinzip. Und bzgl. des Regelquerschnitts von 28 m erinnerte Auburger daran, wie flexibel man die Regelbreiten von Geh- und Radwegen unterschreite.

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