
Stolz präsentiert James sein Mountainbike in das er viel Zeit investiert © Matthias Trautner
James, ein Mountainbiker aus Kenia
Der Kenianische Ausnahmesportler James Kiriinya portraitiert von unserem Mitglied Matthias Trautner. Hier erfahrt Ihr, wie Ihr James unterstützen könnt.
Dass sich der Radsport auch in Kenia entwickelt, einem Land das vor allem für seine erfolgreichen Langstreckenläufer:innen bekannt ist, berichtet uns der Ostallgäuer Matthias Trautner. Als Schatzmeister des Vereins ‚Hilfe zur Selbsthilfe Munyu/ Kenia e.V.‘ besuchte er im Juni 2026 bereits zum achten Mal das Dorf Munyu und die vom Verein unterstützten Schulen und Behinderteneinrichtungen östlich von Nairobi (www.munyu.de).
M.T.: Jambo James, wir lernten uns in Kenia im Gebiet des Mount Kenia auf einem Rastplatz kennen. Unser Auto hatte einen defekten Reifen, du kamst dazu und machtest eine kurze Trainingspause. Kurz zuvor sah ich, wie du mit deinem MTB auf dem gerade noch geteerten Randstreifen des Highways trainiertest. Fasziniert von deinem Einsatz, sprach ich dich an.
M.T.: Was kannst du Radsport-Freunden in Europa über dich sagen?
Mein Name ist James Kiriinya, ich bin 19 Jahre alt und stamme aus Nanyuki in Kenia. Ich bin Mountainbiker im „Mount Kenya Cycling Team“. Als ehrgeiziger Radsportler begeistere ich mich sowohl für den Wettkampfsport als auch für meine persönliche Weiterentwicklung. Durch konsequentes Training und die Teilnahme an lokalen Rennen habe ich Disziplin, Ausdauer und Zielstrebigkeit entwickelt.
Wie kamst du zum Mountainbiken?
Mit dem Radsport begann ich im Jahr 2016; schon in meiner Kindheit hatte mein Onkel ein tolles Fahrrad, mit dem ich sehr gerne fuhr. Er bemerkte meine Leidenschaft und mein Talent. Während der Corona-Pandemie 2020, als die Schulen neun Monate geschlossen waren, intensivierte ich mein Training auf der Rolle im Innenbereich. Ich folgte täglich einem festen Trainingsplan. Als der Lockdown schließlich aufgehoben wurde, suchte ich nach einem Verein und schloss mich dem „Mount Kenya Cycling Team“ an.
Und bald fuhrst du dein erstes Rennen?
Ich kam erstmals mit dem Rennsport in Berührung, als ich im Februar 2021 an meinem ersten Rennen im (Naturschutzgebiet) Borana Conservancy teilnahm. Ich belegte den siebten Platz, ein Ergebnis, das mich sehr freute, da es mein erster Wettkampf war.
Ein toller Start in den Radrennsport!
Ich trainierte weiter und nahm an weiteren Rennen teil, wobei ich zunehmend Spitzenplätze unter den ersten Drei erreichte.
Erzähl uns etwas über dein Mountainbike.
Als Radsportler, der ernsthaft an seiner Leistungssteigerung arbeitete, benötigte ich ein besseres Fahrrad. Doch ein Neukauf war zu teuer. Die beste Entscheidung, die ich traf, war, nach und nach die einzelnen Komponenten zu kaufen, sobald ich genügend Geld angespart hatte. Es dauerte zwar eine Weile, bis ich über ein Fahrrad mit hochwertigeren Teilen und einem vernünftigen Standard verfügte, aber es gelang mir schließlich, auch wenn es damals kein einfacher Weg war.
Welche anderen Herausforderungen oder Probleme gibt es noch für dich?
Im Juni 2022 fand eine Auswahl statt: Die Spitzenfahrer unseres Teams, die schon vor meinem Beitritt dabei waren, wurden von Team Amani abgeworben, das Kenia auf internationaler Ebene vertritt. Andere hörten auf, weil es an Mitteln fehlte, wieder andere trainierten nur noch, um sich fit zu halten, da sie auch anderen Tätigkeiten nachgingen und sich nicht allein auf den Radsport verlassen konnten. Das Team begann zu schrumpfen, und die Trainingsbeteiligung und der feste Rückhalt ließ nach.
Doch wir, die wir übriggeblieben waren, machten uns gegenseitig Mut und hielten zusammen. Wir haben viel durchgestanden, dabei habe ich gelernt, dass man ohne Anstrengung nichts erreicht. Wir nahmen an Rennen teil, wann immer wir das nötige Startgeld aufbringen konnten. Es war hart, aber das Gefühl, als Sieger zurückzukehren, war großartig. So verliefen fünf lange Jahre voller Durchhaltevermögen, und ich habe den Radsport nie aufgegeben.
Mein Radsportweg verlief trainingstechnisch gut, doch gab es einige Herausforderungen – etwa bei der Radwartung, der Finanzierung von Rennen und dem Fehlen einer professionellen Trainingsausstattung. Da unser Team finanziell nicht auf festen Beinen steht, muss man alle Kosten selbst tragen; als aufstrebender Radsportler braucht man jedoch ein Umfeld, das einem alles für optimales Training und die nötige Erfahrung bietet.
Wie siehst du deine Zukunft?
Mein Ziel als Mountainbiker ist es, auf nationaler und internationaler Ebene erfolgreich an Wettkämpfen teilzunehmen und schließlich Profi zu werden.
Ich suche ein Team oder Unterstützer, die mich bei meinem Sport voll und ganz fördern. Dafür werde ich bei Rennen Bestleistungen zeigen und durch konsequentes Training meine Performance stetig verbessern.
Du hast große Ziele, zeigst viel Einsatz und trainierst motiviert. Ich hoffe, du kommst im Radsport voran und kannst viel erreichen! Danke für deine Auskünfte und das Interview.
Unterstützer für James gesucht
Wer den kenianischen Radsportler James Kiriinya unterstützen möchte, kann sich gerne beteiligen: Der Marktoberdorfer Verein ‚Hilfe-in-Not-weltweit‘ (1. Vorsitzender Leopold Hartmann) nimmt Spenden unter dem Stichwort ‚support-James‘ unter IBAN entgegen und überweist sie gesammelt nach Kenia. Zuwendungsbescheinigungen können ausgestellt werden.
Aktuell stehen dringende Reparaturen am MTB und der Grundausstattung an (Tretlager, Reifen, Schuhe, ..). Weitere Informationen und die Kontoverbindung gibt Matthias Trautner gerne weiter.
Kontakt von Matthias Trautner, Leuterschach
Matthias.Trautner [at] gmx.de
08342 916 551
















