
Trail zwischen Stoltenberg- und Helsbergstraße © ADFC Hattingen
Kleinbahntrasse Bossel-Blankenstein
Die Kleinbahn Bossel–Blankenstein war eine 9,4 km lange Bahnstrecke von Bahnhof Bossel an der Bahnstrecke Wichlinghausen-Hattingen entlang des Hammertals nach Blankenstein an der Ruhrtalbahn.
Die Kleinbahn Bossel–Blankenstein wurde im Zeitraum von 1909 bis 1912 erbaut und diente primär dem Güterverkehr, besonders dem Transport der in der Nähe gewonnenen Steinkohle und Sandstein. 1968 wurde der gesamte Schienenverkehr eingestellt, der mittlere Teil der Trasse wurde durch die neue Bundesautobahn A 43 im Bereich der Anschlussstelle Sprockhövel überbaut. Teilabschnitte der Bahntrasse, tlw. auf Privatgelände, sind heute noch als Teil des Pleßbachweges begehbar und insbesondere bei trockenem Wetter mit dem Rad, vozugsweise Mountain- oder Gravelbike, befahrbar (EN11).
Bosselbahn Archäologie
Bereits im Juli 2021 betrieb die neu gegründete ADFC Ortsgruppe Hattingen Bosselbahn Archäologie - mit einigen Abstechern im unteren Hammertal. Kleinbahnhof, Rehnocken bis Rewe, ehem. Zeche Blankenburg, Deitermannsknapp, Hunde-Oase, und Krünerstraße. Ab Uhlenbruch an der ehem. Zeche Tinsbank den Ernst-Wolf-Weg folgend mit Abstecher zur ehem. Zeche Elisabethenglück. Nach Kreuzen von Zum Pleßbach/Stoltenbergstr. der Trasse folgend unterhalb der ehem. Zeche Vereinigte Adolar, später Zeche Glückauf Barmen, Richtung Ibachsmühle und über die Leitplanke zur A 43-Brücke an der Helsbergstraße.
Das von der A 43 überbaute Teilstück der Trasse ist nun zu umfahren. Via „Auf der Gethe“, Querspange und/oder Obersohler Weg zum Sirrenberg über den kaum noch zugänglichen Sirrenbergtunnel. Ab ehem. Zeche Kleine Windmühle ist die Bahntrasse wieder passierbar – vor der Haßlinghauser Straße eine Schranke. Der Pfad von der Haßlinghauser Straße über den Damm oberhalb des Sprockhöveler Baches bis zur Straße „Im Kühlen Grunde“ ist gut zu radeln. Dort ist dann die Glückauf-Trasse in Bossel erreicht.
Inspektionen
Die ADFC Ortsgruppe Hattingen, nun Hattingen/Sprockhövel, inspiziert die Kleinbahntrasse Bossel-Blankenstein häufig auf ihren wöchentlichen Radtouren. Exemplarisch sind hier Komoot Aufzeichnungen mit Fotos und Kommentaren gelistet, einschließlich einer Planung mit dem möglichen Ausbau der Trasse:
- 210730-1030 Entlang der Bosselbahn | Fahrradtour | Komoot
- 220326-1200 Bosselbahn Inspektion | Fahrradtour | Komoot
- 230609-1500 Bossel-Blankenstein Inspektion | Fahrradtour | Komoot
- Kleinbahn Bossel-Blankenstein | Fahrradtour | Komoot Planung mit Off-Grid-Abschnitten
Radverkehrskonzept des Kreises
Martin Kuhn von der SPD Buchholz-Kämpen hatte in einer Anfrage Mitte März 2022 einen Bürgerradweg für das Hammertal angeregt und ganz konkret die alte Kleinbahntrasse vorgeschlagen. Den Anstoß für seine Initiative gaben damals Bauarbeiten an der Straße „Im Hammertal“ (L 551) durch Straßen.NRW ohne den Bau eines Radweges vorzusehen.
Auf der ADFC-EN Jahreshauptversammlung am 29. November 2022 berichtete Wittens Fahrradbotschafter Andreas Müller von einer Machbarkeitsstudie zu einem Radschnellweg durch den Südkreis von Wuppertal nach Hagen, die der damalige Radverkehrsbeauftragte des Kreises, David Hüsken, beauftragen wird. Im Radverkehrskonzept des Kreises war auch die „Bosselbahn“ enthalten, die durchs Hammertal eine Radwegeverbindung durch den Wald ermöglichen würde. Im Mobilitätskonzept Ennepe-Ruhr-Kreis, PDF Stand Februar 2023 taucht der Name Bossel allerdings nicht auf. Die im März 2026 beschlossenen Stellenkürzungen im Aufgabenbereich Radverkehr beim Ennepe-Ruhr-Kreis verheißt in puncto Umsetzung eines Radweges entlang der Bosselbahn sicher nichts Gutes.
Fazit
Mittlerweile sind auf der Straße „Im Hammertal“ (L551) auf Wittener Gebiet innerorts breite Schutzstreifen realisiert worden, sodass mögliche Umfahrungen im unteren Hammertal entlang der ursprünglichen Bahntrasse nicht mehr die Relevanz haben. Kritisch ist der Sprockhöveler Abschnitt der Bochumer Straße zwischen Stadtgrenze Witten und Uhlenbruchstraße, insbesondere von Buchholz kommend, das Linksabbiegen in die Uhlenbruchstraße vor unübersichtlicher Rechtskurve. Das Teilstück Uhlenbruchstraße Ernst-Wolf-Weg (EN11) bis zur Stoltenbergstraße ist bei Trockenheit akzeptabel. Schwieriger und häufig durch umgestürzte Bäume blockert, ist der Abschnitt über Adolar zur Helsbergstraße.
Der von der A 43 überbaute Abschnitt und alle möglichen Umfahrungen oder Alternativen müssen die stark befahrene Querspange passieren. Ob der Sirrenbergtunnel und die stark zugewachsene Trasse zur Kleinen Windmühle wieder befahrbar gemacht werden kann, hängt sicherlich davon ab, ob eine östliche Zufahrt über die Anlieger-Straße Sirrenbergstraße 59 arrangiert werden kann. Der kurze Tunnel selbst und der zugewachsene Abschnitt mutet im Vergleich zum Silscheder Tunnel nebst nördlichen Hangschluchtenwald machbar an. Die beiden Abschnitte von der Kleinen Windmühle zur Haßlinghauser Straße (Schranke) und weiter nach Bossel sind gut befahrbar.
Die Stadt Sprockhövel favorisiert in ihrem Handlungskonzept zum Mobilitätskonzept als parallele Verbindung zur Bochumer Straße (L551) den Bereich zwischen Pottmagweg, Uhlenbruchstraße und Auf Brockhausen als Alternative zur Bochumer Straße bzw. South-Kirkby-Str. für den Radverkehr zu ertüchtigen, mit der Option die Glückauf-Trasse in Niedersprockhövel via Perthes-Ring, Bach- und Fänkenstraße zu erreichen.












